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Stand:
14.03.2012
B i l d e r v o n D ö r t e u n d B e r n d
Ein modernes Märchen
Es waren einmal ein kleines Mädchen und ein Junge, beide lebten wohl behütet in
ihrem Elternhaus in Schleswig Holstein. Als beide in die Schule kamen, und der
Junge das kleine Mädchen sah, wusste er sofort, die möchte ich zur Freundin
haben. Aber das kleine Mädchen hatte mit Jungen noch gar nichts im Sinn, sie
bemerkte nicht einmal, dass er immer in Ihrer Nähe war, um auf sie auf zu passen.
Leider wurden sie dann sehr schnell getrennt, weil beide in verschiedene
Schulklassen kamen und der kleine Junge war sehr traurig. Auch viel später, als
er schon längst verheiratet war, musste er noch immer an sie denken und oftmals
fuhr er mit seiner Frau in die Gegend, wo sie ihre Kindheit verbracht hatten und
sagte dann zu seiner Frau: „Hier hat einmal meine erste große Liebe gewohnt“.
Irgendwann war dann der kleine Junge, der ja nun inzwischen ein erwachsener
Mann geworden war, ganz allein, weil seine Frau gestorben war, und er träumte
wieder von seiner ersten großen Liebe.
Eines Tages fasste er Mut, er fuhr einfach wieder in den kleinen Ort zu dem Haus,
wo das kleine Mädchen als Kind gewohnt hatte und siehe da, das Wunder geschah,
in diesem Haus lebte die Schwester des kleinen Mädchens und sie erzählte ihm,
dass das kleine Mädchen von früher jetzt mit ihrer Tochter in Grömitz wohnte.
Wie schön, dass es in modernen Märchen auch Telefone gibt! Er rief also bei ihr an,
und dachte bei sich, ob sie sich wohl noch an mich erinnern kann?
Sie konnte natürlich nicht, das war alles schon so lange her, aber sie dachte bei
sich, warum sollten wir uns nicht einmal treffen, seine Stimme am Telefon hört sich
so nett an und es ist bestimmt interessant, mal wieder von alten Zeiten zu sprechen.
Ja und dann kam er, gespannt wartete sie am Fenster und plötzlich hielt ein
großes Wohnmobil vor ihrem Haus.
Er sah sie an und dachte: „Ja, das ist sie, sie hat sich gar nicht verändert.“
Und sie dachte: „Also erinnern kann ich mich überhaupt nicht an ihn, aber wenn
ich ihn so ansehe, bekomme ich Schmetterlinge im Bauch.“
Plötzlich war es, als hätten sie sich schon seit ewigen Zeiten gekannt. Es gab so viel
zu erzählen, beide wurden immer glücklicher miteinander und es dauerte gar
nicht lange, da wussten sie, wir gehören zusammen und werden uns nie mehr
trennen. Sie heirateten und lebten glücklich und zufrieden in Göttingen.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute
2.
Juli 1999 von Frau Standesbeamtin Kruse